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Große Augen ertasten Raum und Menschen, denn Malva betrachtet gerne das Leben – ihres und das der anderen, generell und auf ihrem zweiten Album „A Soft Seduction Daily“. Sie schaut von oben herab, ohne jedwede Herablassung, dafür aus einer Art erzählerischen Vogelperspektive. Probates Transportmittel der Wahl sind Töne, Melodien, Kadenzen, die auch auf ihrem zweiten Album scheinbar ohne Anstrengung herausperlen, aus dieser jungen Frau, die sich aufmacht das Dasein zu erkunden. Malva, die mit 16 erste Songs aufnahm und schon Melodien nachgesungen hat, als ihr noch Worte fehlten.

Die Band schafft, was nicht viele können: laut im Leise sein. In einer Zeit, in der alles schneller, massiver und immer eins mehr sein soll, jeder Reiz den anderen übertrumpfen muss, hat MALVA die einmalige Gabe jedes Ion in Halle, Saal oder Club komplett mit musikalischer Anwesenheit auszufüllen. „Sobald ich auf der Bühne stehe und loslege, kann ich mich selbst greifen und bin bei mir. Dieses Gefühl habe ich sonst nur beim Schreiben“.

„A Soft Seduction Daily“ erzählt von Auf und Abs, Serpentinen und Kurven, Romanze und Melancholie, spielt mit Worten, Musikstilen, dem Leben im Konjunktiv – wobei selbst die leise Nachdenklichkeit angenehm nach Zartbitter schmeckt.

Malva textet auf Deutsch und Englisch. Laut Malva steht bei den deutschen Songs immer zuerst der Text. „Ich spüre, ob eine Melodie Englisch oder Deutsch ist. Zu den deutschen Liedern habe ich einfach einen viel persönlicheren Bezug.“ Malvas Texte beherrschen die hohe Kunst Emotionen mit Sprache zu versehen und dabei nicht kitschig zu klingen.

„Mal schauen, wo es mich noch hintreibt.“ sagt Malva. „Ich möchte nichts an mir verändern müssen, nur damit ich in ein Konstrukt passe, die Leute mich anders wahrnehmen. Die denken, weil ich so ruhige Musik mache, muss ich auch introvertiert und scheu sein.“


Mitwirkende Künstler:

Malva + Band

Veranstalter:

Kulturforum